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Projektstelle

Wir freuen uns, dass wir als erste Aktion eine Projektstelle realisieren konnten, um damit die Evangelische Jugend Leipzig personell zu unterstützen.

Lesen Sie hier den Bericht aus den Jahren 2020 und 2021

Wenn Sie das Projekt unterstützen möchten, können Sie hier spenden:

Inhaber: Förderverein Ev. Jugend Leipzig
IBAN: DE60 3506  0190  1800 2190 15
BIC: GENO DE D1 DKD
Institut: KD-Bank (Bank für Kirche und Diakonie)

 

Wer trägt die Krone? – Rückblick auf das Jahr 2020 (Teil 1)

von Georg Matusche

Wer trägt die Krone? Mit dieser Frage leitete unsere Jugendpfarrerin Grit Markert die Zeit des ersten Lock-Downs ein und sie lässt sich gut auf unsere Arbeit in der Jugendkirche beziehen. Wer trägt die Krone? Das Virus, und all die Maßnahmen die es nach sich zog oder doch Gott, der uns mit seiner Liebe und Zuversicht begleitet?

Statt unseres regulären PAX LIFE Gottesdienstes feierten wir damals den ersten PAX LIFELIVE als reinen Streaming-Gottesdienst. Es war die erste von sehr vielen Veränderungen. Passionsspiel, Caféeröffnung, Festival,  Taizé -Wochenende, Rüstzeiten, Spieleabende… die Liste der abgesagten Veranstaltungen war bei uns wie an vielen Orten sehr lang. Und gleichzeitig war dieser Gottesdienst die erste von vielen kreativen Lösungen, die diese Zeit bringen sollte und von der ich an dieser Stelle berichten möchte.

Vor Ort in der PAX

Mit Blick auf die Veranstaltungen vor Ort war es auch die spezifische Ausrichtung der PAX, die vielfach nur die Möglichkeit der Absage offen ließ. Viele unserer Formate sind eher auf große Gruppen angelegt, beziehen Jugendliche stark mit ein und richten sich auch an junge Menschen ohne Religionszugehörigkeit. Ein ehrlicher Bericht wird nicht umhin kommen, mit dieser Blue Note zu beginnen, dass vieles geplant, dann umgeplant und dann doch verworfen wurfe.

Einige glückliche Ausnahmen gab es aber doch:  Nach den Streaming-Gottesdiensten oder auch dem Konzert zum 4. Geburtstag der Jugendkirche saßen wir immerhin als Team zusammen und konnten unseren neuen Backofen mit selbstgemachter Pizza einweihen. Bei unserem Halbjahresabschluss haben wir dann mit den geladenen Gästen den Sommer eingeläuteten. Wir erpropten das neue Format einer Tagesrüstzeit in der PAX. Das Format kam gut an und hat das Potential in Zukunft fortgesetzt zu werden.

(PAX)2 digitale Kirche

Zu den großen Überraschungen gehörten unsere Streaming-Gottesdienste. Tatsächlich hat sich da etwas entwickelt, was nicht einfach nur eine Notlösung ist, sondern für uns alle eine bereichernde Erfahrung war, die unsere Jugendkirche auch in Zukunft prägen wird:

Zum einen ist so ein Streaming Gottesdienst, besonders für das Team vor Ort. Den Menschen vor der Kamera: Pfarrerin, Moderatoren, Band stehen ziemlich viele Menschen hinter der Kamera gegenüber: Bildregie, Lichttechnik, Ton, Kamera(s), Einblendungen, Betreuung des Chat usw. In einem großen Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen haben wir jeden Monat einen Gottesdienst ins Netz gestellt.  Und anders als bei analogen Gottesdiensten sind alle während der 30 Minuten Streaming-Zeit gemeinsam gefordert. Schon vor dem Stream ist die Anspannung greifbar und im Anschluss freut man sich gemeinsam, wenn alles gut geklappt hat. Die Ehrenamtlichen sind dabei noch stärker in Entscheidungsprozesse mit einbezogen. Der Gottesdienst wird von der „one men Show“ zum Gemeinschaftswerk.

Gleichzeitig dürfen wir erleben, dass wir online ähnlich viele Menschen erreichen wie analog. Viele berichteten uns davon, wie wichtig ihnen die Gottesdienste sind, wie sie darin Zuspruch und Ermutigung erfahren. Besonders auffällig war, dass die  Gottesdienste auch junge Menschen erreichten, die eigentlich nicht mehr regelmäßig in der PAX sind. Jugendarbeit ist immer von großer Mobilität geprägt und online Gottesdienste machen es möglich, junge Menschen über die Stadtgrenzen hinaus zu begleiten. Dies ist ein wichtiges Hoffnungszeichen, da wir die Beobachtung gemacht haben, dass es nach der Jugendkirche nicht immer leicht fällt, Anschluss an traditionelle Kirchgemeinden zu finden.

Schließlich mündeten unsere Erfahrungen in einen Antrag, den wir beim EKD Digitalisierungsfond gestellt haben. In unserem Projekt „(PAX)2“ wollen wir digitalen und analogen Gemeindeaufbau und deren wechselseitiges Potential erproben. Damit kann sich die Jugendkirche langfristig zu einem Ort der digitalen Verkündigung entwickeln.

Die Frage nach der Krone, so scheint mir muss daher wohl differenziert beantwortet werden. Ja Corona hat geradezu alles in diesem Jahr mitbestimmt. Gleichzeitig konnten wir erleben, dass Gott uns trägt und bewahrt, dass wir mit ihm ganz neue Wege beschreiten konnten für die wir zutiefst dankbar sind.

 

Ein Hauch Vorfreude – Rückblick auf das Jahr 2020 (Teil 2)  von Georg Matusche

Wenn ich auf die vergangenen Monate in der PAX Jugendkirche zurück schaue, dann fallen mir viele kleine und große Begegnungen ein. Mitten in einer Zeit, wo Begegnungen selten sind und vieles eingeschränkt ist,  hinterlässt dies ein leises Gefühl von Vorfreude.

Ora et Labora              

Am Ende der Sommerferien starteten wir mit der Ora et Labora Woche. Jeden Morgen habe ich eine online Andacht veröffentlicht, mit einer kleinen geistlichen Aufgabe für den Tag. Die Woche über haben wir in einem kleinen Team am Café der Jugendkirche weitergebaut. Der  Schwerpunkt lag auf den gestalterischen Elementen. So wurde alles neu Lackiert, bessere Holzplatten für die Theke und eine Schwingtür eingebaut.

Einige finale Arbeiten fehlen zwar noch, doch inzwischen ist das Café der Jugendkirche fast fertig gebaut. Dazu beigetragen hat auch, dass wir zum Jahresende noch weitere Anschaffungen aus Drittmitteln tätigen konnten. Inzwischen verfügen wir über einen Backofen, Kühltisch, Spüle, Getränkekühlschrank, Gefrierschrank, sowie eine Reihe kleinerer Gegenstände. Unsere Küche ist fast vollständig ausgestattet um mit größere Gruppen kochen und gemeinsam essen zu können. Ein Hauch Vorfreude.

Spieleabend

Am Ende der Ora et Labora Woche starteten wir wieder mit den Spieleabenden und mussten erstmal ernüchtert feststellen: niemand kam. Aus der Krise erwuchs der Elan besser zu werben mit regelmäßigen Spielpräsentationen über Instagram, Kontaktaufnahme mit den JGs aus Leipzig, Postkartenverteilung über professionelle Anbieter. Das Ergebnis war sehr positiv und die Spielebande im September und Oktober gut besucht. Ein besonderes Highlight  war die Unterstützung des Begegnungsfestes der Initiative Weltoffenes Golis. Bei der wir nicht nur einige Partien Riesen-Jenga gespielt haben, sondern auch für den Spieleabend und die PAX werben konnten. Auch wenn aktuell nicht gespielt werden kann in der PAX glaube ich, dass der Spieleabend sich im kommenden Jahr fest etablieren wird. Ein Hauch Vorfreude.

Kooperation mit der theologischen Fakultät

Im laufenden Wintersemester bieten wir für Theologie-Studierende eine begleitende Übung zur Vorlesung von Prof. Alexander Deeg unter dem Titel „Liturgie 2020“ an. Die Vorlesung betrachtet vergleichend digitale und analoge Gottesdienste. Die Übung soll an einem “liturgischen Tag“ einen Erprobungsraum schaffen für studierende wie liturgisches Handeln im hybriden Raumfunktionieren kann, also sowohl digital als auch analog  .Anschließend soll ein gemeinsamer Gottesdienst gestaltet werden. Aufgrund des aktuellen Lock-Downs wurde der Praxis-Teil jetzt in den April verschoben: Ein Hauch Vorfreude.

 Advent im Lock-Down

Unter dem Motto „Augenaufschlag“ eröffneten wir mit unserem online Gottesdienst die Advents- und Weihnachtszeit in der Jugendkirche. Unser Superintendent Sebastian Feydt hielt die Predigt und viele waren berührt durch den Gottesdienst. Am darauf folgenden 1.Dezember durften wir den Adventskalender der LVZ eröffnen. Der knapp 4 minütige Clip war unser erster mit einer vierstelligen Aufrufs-Zahl im Internet. Parallel zu den digitalen Angeboten haben wir jeden Tag im Advent die Jugendkirche für zwei Stunden am Nachmittag geöffnet. Zwischen 2-15 Besucher*innen konnten so täglich kurz innehalten. Auch hier erfuhren wir viel Wertschätzung und Dankbarkeit. Eine Ehrenamtliche sagte mir: „Es ist echt eine sehr stressige Zeit gerade und diese kurze Zeit hier in der Kirche war das erste Mal, dass ich in eine Adventsstimmung kommen konnte“ Ein Hauch Vorfreude.